Wir kennen 1000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.
Nachrichten aus der Goldgrube - Juni 2010
Liebe Freunde,
Meine Tochter sollte eine kurze Definition von Kunst abgeben. Als wenn sich nicht schon Generationen von Künstlern, Kunsthistorikern, Kritikern und Laien daran versucht hätten. Genauso fällt es mir immer noch schwer, jemandem, der Taijiquan etc. nicht kennt, zu erklären, was ich da eigentlich mache. Die Methoden der daoistischen Selbstkultivierung, ganz gleich mit welchem Schwerpunkt man sie betreibt, werden definiert dadurch, dass man sie ausübt, nicht, indem man darüber redet. Hält man sich daran, dann gibt es doch sehr viel dazu zu sagen. Je tiefer du in die Materie eindringst, desto weiter wird das Feld der Zusammenhänge. Irgendwann musst du dich entscheiden, in welche Richtung du weiter gehen willst. Unsere Künste bieten dir die Möglichkeiten der Konzentration auf die kämpferischen Aspekte, die der Gesundheit, der Meditation, Philosophie und innerer Alchemie. Ganz gleich, was du zu deinem Mittelpunkt machst, du entfernst dich dabei nie von den anderen Positionen. Wenn es auch ein weites Feld ist, so liegt doch alles beieinander.
Für mich haben die letzten Aufenthalten auf dem Wudangshan auch wieder einige Perspektiven verändert. Teilweise waren es nur ein paar kleine Informationen, die letztlich ein Bild abgrundet haben. Meistens geh ich mit mehr Fragen weg, als ich bei meiner Ankunft hatte.
Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit, bleibt gesund und vergesst nicht zu üben
Euer Yürgen Oster